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Wenn ein Haustier stirbt

Das Zusammenleben mit Haustieren ist für Kinder eine sehr wichtige Erfahrung, da es meistens das erste Mal im Leben eines Kindes ist, dass es Verantwortung übernimmt. Tiere werden für Kinder zu wichtigen Familienmitgliedern, da sie keinen Unterschied zwischen Mensch und Tier machen. (vgl. Franz, 2002, S. 111)

Der Tod eines Haustieres ist für die meisten Kinder die erste große Verlusterfahrung und ist für sie so schmerzhaft, als ob ein geliebter Mensch sterben würde. Die Trauerprozesse, die durch den Tod eines Tieres in Gang kommen, sind der Grundstein für alle nachfolgenden Verlusterfahrungen, da sie immer wieder auf diese erste Erfahrung zurückgreifen. (vgl. Ennulat, 2003, S. 26)

Und deshalb darf Kindern dieser Abschied nicht erspart bleiben, indem das tote Tier möglichst schnell ersetzt wird. Durch diese rasche Vertröstung wird der natürliche Trauerprozess des Kindes gestört, da es dem Kind nicht möglich ist, den Verlust ausgiebig zu betrauern und zu beweinen. Durch Ablenkung findet keine echte Trauerarbeit statt, da der Schmerz nur beiseite geschoben wird, und den Kindern ist es somit nicht möglich, sich auf etwas Neues einzulassen. Außerdem könnte ein rascher Ersatz vom Kind missverstanden werden, da es glaubt, das geliebte Haustier hatte für die Eltern keinen Wert und ist beliebig ersetzbar. Es ist daher sehr wichtig, das Kind nicht vom Schmerz abzulenken, sondern diesen Verlust ernst zu nehmen und dem Kind zu helfen, ihn in sein Leben zu integrieren. (vgl. Franz, 2002, S. 112f)

Vielen Kindern ist es besonders wichtig, dass das tote Tier einen besonderen Platz erhält, damit sie es nach dem Tod noch besuchen können. Den Kindern soll es dabei möglich sein, selbst zu entscheiden, wie das Tier beerdigt werden soll, da jedes Kind andere Vorstellungen hat. Manche Kinder wollen Kreuze, Blumen, bunte Schachteln, Decken, andere wollen gar kein Grab, sondern wollen sich nur verabschieden. (vgl. Ennulat, 2003, S. 27)

Sehr viel schwieriger ist die Situation, wenn ein Kind am Tod des Tieres schuld ist. Hier ist es ganz wichtig, dem Kind seine Schuldgefühle nicht ausreden zu wollen, sondern es mit seinen Gefühlen ernst zu nehmen. Es muss dem Kind zugestanden werden, darüber erschüttert und betroffen zu sein. Man sollte allerdings mit dem Kind ausführlich reden und überlegen, wo es wirklich Schuld hatte und wo es aber gut für das Tier gesorgt hatte. (vgl. Franz, 2002. S. 113)