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Ideen für eine Projektarbeit zum Thema

Gerade für Kinder im Volksschulalter oder in der Vorpubertät ist dieser Bereich mit besonderem Interesse besetzt. Es bietet sich daher an, mit einer Kindergruppe diese Thematik zu bearbeiten, selbst wenn kein aktueller Anlass vorliegt. Wichtig ist, dass dieses Projekt gut geplant ist und über einen längeren Zeitraum hindurch durchgeführt wird.

Voraussetzungen

Um sich in einer Kindergruppe mit diesem schwierigen Thema auseinander zu setzen, sollten einige wichtige Voraussetzungen bedacht werden:

  • Die Sozialpädagogin sollte die Kinder schon längere Zeit kennen und Hindergrundwissen über sie, ihre Gefühle und die häusliche Situation haben.
  • Die Kinder sollten sich untereinander kennen, einander vertrauen und sich öffnen können
  • Die Gruppe nicht groß und anonym halten
  • Eine angenehme Atmosphäre ist Voraussetzung. Ebenso sollte mit den Kindern eine offene Gesprächsatmosphäre vereinbart werden.
  • Es ist wichtig, den Kindern das Thema transparent zu machen und die Teilnahme freizustellen.
  • Die Sozialpädagogin sollte sich Ziele setzen
  • Eine gute Möglichkeit wäre es, wenn die Kinder selbst mitplanen bzw. Gegenstände mitnehmen können.
  • Die Sozialpädagogin sollte in der Lage sein, sich zurückzunehmen und die Zuhörer- bzw. Beantworterrolle zu übernehmen.
  • Die Sozialpädagogin muss sich bewusst sein, dass bei einzelnen Kindern Trauer aufbrechen kann, welcher in Einzelgesprächen Raum und Zeit gewidmet werden muss.
  • Wichtig wäre es auch, die Eltern darüber zu informieren, damit sie über häusliche Fragen der Kinder nicht überrascht sind. Gegebenfalls könnte ein Elternabend angeboten werden.
(vgl. Everding, 2005, S. 96f)

Einige Bausteine für die Praxis

Fragen, Beispiele, Umgangsformen und vieles mehr können Inhalte von Praxissequenzen sein. Im Folgenden habe ich versucht, einige Ideen zu beschreiben, die in der Praxis miteinander kombiniert werden können. Wichtig ist dabei, dass sich die Sozialpädagogin nach jeder Einheit Zeit nimmt, die Gespräche mit den Kindern zu reflektieren um Versäumtes oder Übersehenes aufzuarbeiten und Unklarheiten aus dem Weg zu räumen.

Das traurigste Erlebnis

Die Kinder sollen überlegen, was ihr traurigstes Erlebnis war, um es dann auf tränenförmiges Papier zu malen oder zu schreiben. Anschließend ist eine Vorstellung in einem Gesprächskreis oder an der Wand möglich. Hier ist seitens der Sozialpädagogin eine hohe Sensibilität erforderlich. Das Ziel ist hierbei, die Reflexion des eigenen Lebens. Anlässe zum Umgang mit der Trauer sollten erkannt werden (Scheidung, Heimweh, Tod eines Tieres oder Verwandten,...).

Was ich schon immer einmal wissen wollte

In dieser Einheit bekommen die Kinder die Möglichkeit, Fragen zum Thema Sterben, Tod und Trauer zu stellen. Die Sozialpädagogin stellt Zettel zur Verfügung, auf die die Kinder ihre Fragen schreiben können, um sie dann in eine bereitgestellte Kiste zu legen. Die Fragen der Kinder können vorgelesen werden, um dann gemeinsam Erklärungen zu finden oder Erfahrungen auszutauschen. Das Ziel ist es, Raum für bisher unbeantwortete Fragen zu geben.

Mitgebrachte Gegenstände zum Thema

In dieser Einheit sollen die Kinder Gegenstände wie Erinnerungsstücke, Fotos oder ähnliches mitnehmen. Die Kinder können erzählen oder gemeinsam darüber reden. Diese Einheit orientiert sich ganz an den Kindern. Das Ziel ist es, dass die Kinder ihre Erfahrungen austauschen.

Ausdrücke und Ausdrucksmöglichkeiten sammeln

In den bisherigen Gesprächen sind bereits Ausdrücke zum Sterben und zum Tod gefallen. Gemeinsam können nun diese Ausdrücke zusammengetragen werden. Es kann sein, dass dabei viel gelacht wird, da das Lachen bestehende Anspannung und Traurigkeit löst. Die Kinder entdecken dabei die Tabuisierung der Wörter Sterben und Tod und heben sie somit auf.

Was ist nach dem Tod?

Am besten ist es, wenn man hierzu einen offenen Meinungsaustausch macht. Die Kinder können dazu auch Bilder anfertigen. Man könnte mit ruhiger Musik die Stimmung untermalen. Mit älteren Kindern besteht auch die Möglichkeit, Texte oder Interviews über Todeserfahrungen oder Vorstellungen in anderen Religionen zu erarbeiten. Bei dieser Einheit stellen die Kinder fest, dass es keine richtigen oder falschen Vorstellungen gibt, da kein Toter befragt werden kann.

Was mache ich, wenn ich traurig bin? Was tröstet mich?

Diese Fragen sind wichtige Anhaltspunkte für Gesprächsthemen. Erweitert können diese Fragen auch werden mit: Was machen Erwachsene? Wie reagieren die anderen? Was tröstet die anderen? uvm. Die Fragen und Antworten können auf einzelne Zettel geschrieben, bzw. gemalt werden. Sie können dann im Raum aufgehängt, in eine Trostkiste gegeben oder es kann eine Trostecke gestaltet werden, usw. Die Kinder setzen sich damit auseinander, was ihnen gut tut und was sie tröstet. Sie lernen, sich in andere Menschen hinein zu versetzen und erkennen, dass jeder Mensch einmal trauert und getröstet werden möchte. Sie bekommen somit das Gefühl, dass sie nicht alleine sind! (vgl. Everding, 2005. S. 96ff)