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Ferienlager der Kinderfreunde in Weissenbach

Sommerpraxisbericht von Theresa S.

Ferienlager in Weissenbach am Attersee.

Ich war mit den Kinderfreunden NÖ auf einem Ferienlager in Weissenbach am Attersee. Mein Ferienturnus dauerte 2 Wochen lang (+Vorbereitungsseminare).

Wie ich dazu gekommen bin:

Bewerbung: Über die Homepage: www.noe.kinderfreunde.at Danach wird man zu einem Grundseminar eingeladen, wo ein Auswahlverfahren unter allen Bewerbern stattfindet.

Vorbereitungstreffen: Dem Grundlagenseminar folgen mehrere Vorbereitungstreffen für den jeweiligen Turnus, wobei sich auch die BetreuerInnen untereinander kennen lernen.

Ort/ Kinder: Es werden von den KF mehrere Turnusse angeboten (Weissenbach, Döbriach, Annaberg, Sekirn, Purbach,...). Grundsätzlich können hier alle Kinder (6- 16 Jahre) mitfahren. Bei meinem Turnus waren hauptsächlich BH-Kinder dabei. Einige BH´s(Jugendamt) nutzen diese Angebote von den Kinderfreunden. Mind. sind es 20 KD und max. 40 KD.

Team: Wir waren 8 Leute: 1 Teamleiter, 1 Psychologin, 5 BetreuerInnen, davon 1 Springer und 1 Hilfsbetreuerin( unter 18 J. – das war ich). Meine Aufgabe war es, dort mitzuhelfen wo man mich gerade brauchte, meist die Tage vorzuplanen und schwierige Gruppen zu unterstützen. Zum Unterschied der BetreuerInnen durfte ich als Hilfsbetreuerin keine Nachtdienste machen.

Unterkunft: Wir waren in einer modernen Jugendherberge untergebracht. Die Betreuungspersonen teilen sich zu zweit ein Zimmer und die Kinder sind meist in 5er oder 6er Zimmer untergebracht. Von den Räumlichkeiten hatten wir fast alles zur

Verfügung: Großer Saal, Fernsehraum, Bastelraum, Disco, Bar, Küche, Badezimmer, BetreuerInnenraum (Besprechungen), große Grünflächen, Lagerfeuerstelle, ... Gegessen wurde in einem Buffet des Camps, wobei man sogar zwischen normaler Kost und vegetarischer Kost wählen konnte.

Motto/ Programm/ Aktivitäten: Unser Motto war "Alles Theater". So waren unsere Aktivitäten hauptsächlich an dieses Thema gebunden, wobei es natürlich auch Abweichungen gab: Schattentheater, Puppentheater, Stehgreiftheater, Shows ( Herzblatt, Wetten dass?, Millionenshow, ...) Modenschau, Akrobatik, Tanzeinlagen, Basteln von Figuren, Bühnenbilder entwerfen, Schminken aber auch Discos, Kinoabende, Rätselralleys, Wanderungen, Bootsausflüge, Baden gehen, Lagerfeuer uvm.

Bezahlung: Ich selbst musste nur für die Seminarkosten des Turnus aufkommen, wobei ich diese auch wieder rückerstattet bekam. Ich als Hilfsbetreuerin bekam als Aufwandsentschädigung 150 EUR und die BetreuerInnen bekamen ca. 300 EUR. Außerdem hat jede BetreuerIn Anspruch auf 2 freie Tage.

Pro und Kontra:

Ich muss sagen, dass ich mit riesiger Motivation auf diesen Turnus fuhr und total erschöpft und fertig zurückkam.

Pro

Für mich war die Unterkunft, das Essen und das Team toll. Außerdem hat mir die Vielfalt des Programmes gefallen, was wir uns alles selbst erarbeitet haben. Natürlich war die Bezahlung auch eine tolle Sache. Ich durfte in diesen 2 Wochen sehr viele Erfahrungen sammeln.

Kontra

Wir Betreuer hatten durchschnittlich 5 Stunden Schlaf alle 2 Wochen durch. Wir waren einer extremen psychischen Belastung ausgesetzt. Bei uns waren 3 Viertel der Kinder vom Jugendamt geschickt und somit äußerst schwierig. Wir hatten von sexuellem Missbrauch, Aggressivität, Hyperaktivität, Magersucht, Diebstählen, Entwicklungsrückständen, mangelnden Hygiene bis zu Schlafwandlern, Bettnässern, Ausreissern alles dabei. Außerdem hatten wir während der zwei Wochen außer der 2 Tage kaum Freizeit, d.h. für Telefonate oder eigene Körperhygiene. Ich brauchte eine Woche, um mich körperlich von diesem Turnus zu erholen.
Mir persönlich haben die Gespräche mit meiner Zimmerkollegin sehr geholfen, da diese Erlebnisse für einen selber schwer zu verarbeiten sind. Ohne diese täglichen Reflexionen wären diese 2 Wochen für mich kaum zu überstehen gewesen.