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Vorwort

Durch meine Tätigkeit als SozialpädagogIn bin ich im Jugendwohlfahrtsbereich erstmals auf das Phänomen der Aggression aufmerksam geworden.

Seit einigen Jahren unterrichte ich nun Didaktik und Praxis in der Bundesbildungsanstalt für Sozialpädagogik in St. Pölten. Intensive Diskussionen mit den SchülerInnen, Nachbesprechungen der Praxiserfahrungen und konkrete Fallbeispiele verstärkten mein Interesse und den Zugang zum Thema. Nach eingehender Auseinandersetzung bin ich zu der Auffassung gelangt, dass die Erscheinungsformen von Gewalt und Aggression ein zentrales Problem des Arbeitsfeldes darstellen.

Ein weiterer Ansatzpunkt ergab sich für mich im persönlichen Bereich, da ich durch meine Rolle als Mutter auch  immer wieder mit kindlichen  aggressiven Tendenzen konfrontiert werde. Hier erkannte ich, dass Theorie und Praxis vor allem dann weit auseinanderliegen, wenn nicht alle Rahmenbedingungen miteinbezogen werden. Persönliche Reflexion der eigenen Haltungen, Handlungen, Wertvorstellungen und die Beobachtung der Interaktionsebene im Bereich der Kommunikation führten unmittelbar zu neuen Sichtweisen und eröffneten eine systemische Betrachtung.

Mein Interesse verlagerte sich auf immer zahlreichere Berichte  über Aggression und Gewalt in den Medien, wodurch ich dazu angeregt wurde, Ursachen und Zusammenhänge wahrzunehmen. In den meisten Fällen kam ich zu der Überzeugung, dass das Auftreten einer aggressiven Handlung nicht linear begründet werden kann und letztendlich  auch das Spiegelbild gesellschaftlicher Strukturen ist.

Bewußte Beobachtungen von Interaktionen zwischen Eltern und Kind, die ich in der Öffentlichkeit machen konnte, verstärkten die Einstellung, dass jeder Einzelne von uns dazu beitragen kann, aggressionshemmende Normen zu fördern. Präventive Maßnahmen sollten das Ziel aller Bemühungen sein, anstatt später verinnerlichte Handlungsmuster abzubauen. Meine Erfahrungen als SozialpädagogIn, die hier immer wieder in die Auseinandersetzung miteingeflossen sind, bestätigen dies.

Die Reflexion der Arbeit in einer sozialpädagogischen Institution verdeutlichte nochmals systemische Zusammenhänge. Daher steht das Phänomen der Aggression nicht für sich alleine, sondern muss in Wechselwirkung mit Kommunikationsstrukturen, Gestaltungsmöglichkeiten der Zusammenarbeit und der Entwicklung individueller Fähigkeiten, Haltungen und Normen betrachtet werden.

Durch die Erarbeitung des Themas im Rahmen der Hausarbeit fand ich viele Ansätze meines persönlichen Zugangs bestätigt und konnte gleichzeitig eigene Sichtweisen erweitern.

An dieser Stelle danke ich vor allem Harald,  der mich intensiv bei meiner Arbeit unterstützt hat. Anregende Gespräche zum Thema ermöglichten mir zwischendurch immer wieder Phasen der Reflexion. Dadurch wurde  mein persönlicher Zugang einerseits klarer, andererseits veränderten sich einzelne Ansatzpunkte.

Ich bedanke mich aber auch bei Caroline, Gabriel, Hilde und Mimi, da sie dafür Verständnis hatten, dass ich sehr viele Stunden dieser Auseinandersetzung widmete und deshalb wenig Zeit für andere, ebenfalls wichtige und wesentliche Dinge bleiben konnte.

Nun möchte ich noch erwähnen, dass ich im Folgenden, vor allem dann, wenn der Praxisbezug hergestellt wird, die feminine Schreibweise gewählt habe. Die Begründung dafür ist, dass ich bereits während meiner eigenen Ausbildungszeit diese Form verinnerlicht habe und sie auch beim Erstellen von Skripten für meine SchülerInnen berücksichtige.

Bettina Feiertag                Imbach, März 2001