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Triebtheorie nach S. Freud

Sigmund Freud spricht von einer angeborenen Neigung des Menschen zum Bösen, zur Aggression, Destruktion und damit zur Grausamkeit ("Das Unbehagen in der Kultur" 1930).

"Das Lebewesen bewahrt sozusagen sein eigenes Leben dadurch, dass es Fremdes zerstört."( Freud 1933). Damit verdeutlicht Freud die Verbindung zum zerstörerischen Todestrieb (Thanatos) und dem lebenserhaltenden Eros (Libido).

Freud entwickelte dieses dualistische Modell 1920, wobei er zwei Urtriebe gegenüberstellte:

Thanatos (Todestrieb), dessen Energie bildet nach Freud Aggression

Eros (Lebenstrieb), dessen Energie wird als Libido bezeichnet

Freud vertrat die Ansicht, Eros und Thanatos wirken in allem Lebendigem bis hin in die einzelne Zelle. Daraus resultiere, dass neben der Tendenz zum Leben, zur Entwicklung und Fortpflanzung, alles Lebendige auch danach strebe, "aus inneren Ursachen zu sterben" (Freud 1940, zit. nach Rauchfleisch 1996, S.16).

Einerseits könne der Todestrieb selbstzerstörerische Wirkung haben, andererseits richte er sich aber auch gegen andere Menschen. Dies könne nach Freud dahingehend erklärt werden, dass der Todestrieb durch seinen Gegenspieler Eros unschädlich gemacht werde, indem er ihn gegen Objekte in der Lebenswelt richtet.

Dies werde durch unser inneres Gewissen überwacht und verhindere das Ausleben der Aggressionsneigungen, was zu Sublimierung führt. Aggressionen werden demnach nach innen, gegen sich selbst gerichtet

Durch den Thanatos wird eine ständige Spannung erzeugt und diese kann nur kanalisiert werden, wenn die Aggression in annehmbare, kulturell akzeptierte Weise abgeleitet wird. Als Hilfsmittel für den Umgang mit Aggression nennt Freud Abwehrmechanismen wie Sublimierung, Projektion, Verschiebung oder Hemmung (vgl. Selg, 1974, S.25/26).

Es erscheint nachvollziehbar, dass diese Theorie stets umstritten war und die psychoanalytische Welt gespalten hat. Freuds Triebkonzept ist geprägt von persönlichen Anteilen, die Betroffenheit über den Tod seiner Tochter beeinflusste seinen Zugang zur Thematik.

Die Existenz eines allgegenwärtigen Aggressionstriebes kann wissenschaftlich nicht bewiesen werden, eher spricht man heute vom "Kreislauf der Aggression", von aggressiven Energien im Menschen, die durch Angst, Schmerz, Alkohol etc. freigesetzt werden können. Kinder verlegen die eigenen aggressiven Verhaltensweisen in die Außenwelt, um Ursachen für Versagungen und Unlust zu vernichten. Dies hilft ihnen Spannungen abzubauen, die noch nicht verarbeitet werden können. Erst durch diese Aggression gewinnen sie langsam Distanz zum Objekt (= Abgrenzungsaggression).

Menschen, die vorhandene Aggressionen nicht sublimieren oder ritualisieren können, erscheinen äußerlich angepaßt,  hinter dieser Fassade bestehen innere Spannungen weiter (vgl. Beiträge - Kuratorium f. Verkehrssicherheit Wien, 1995).