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Ethologisches Instinktkonzept nach K. Lorenz

Konrad Lorenz vertrat die Auffassung, dass der Mensch genetisch mit Aggression und Gewalttätigkeit ausgestattet sei. Seine Trieblehre, die er 1963 veröffentlichte, beschreibt 4 bedeutende Triebe, darunter auch den Aggressionstrieb. Aggressionen werden nicht zu jedem Zeitpunkt geäußert, sondern sie haben arterhaltende Funktion und sollen in Form von Flucht oder Angriff, in erster Linie das Überleben sichern. Auch spricht Lorenz davon, dass sich die Aggressionenergie ständig neu nachbildet, und nach Abfuhr drängt, die von auslösenden Reizen stark abhängt. Sollten solche Reize zu lange ausbleiben, kann es zu sogenannten "Leerlaufhandlungen" kommen; die Aggressionen laufen auch ohne spezifischen äußeren Reiz ab (Selg  1974, S.26).

Sein Dampfkesselmodell geht davon aus, dass in unserem Körper ständig aggressive Impulse erzeugt werden, die sich langsam in uns aufstauen. Wenn eine bestimmte Schwelle überschritten wird, so kommt es zur Entladung.

Nach der Abreaktion herrscht solange Ruhe, bis wieder ein gewisser "Dampfdruck" erreicht wird. Im Extremfall kann es sogar ohne äußere Auslöser zur aggressiven Abreaktion kommen. (Leerlaufreaktion). Der Mensch wird nicht wütend, weil ihm etwas Ärgerliches widerfährt, sondern weil der spontane Trieb sich wieder entladen muss.

Die Aggression nach Lorenz ist daher ein angeborener Instinkt, der zur Erhaltung des Menschen dient. Gleichzeitig stellte er aber fest, "dass der Aggressionstrieb beim Menschen ins Groteske und Unzweckmäßige übersteigert und aus dem Gleise geraten sei. Aggression habe sich im Humanbereich (...) zu einer Bedrohung verwandelt" (Rauchfleisch 1996, S.15).

Aus diesem Modell folgert Konrad Lorenz, dass es keinen Sinn hat, durch Erziehung auf das Aggressionsverhalten einzuwirken. Er forderte daher, dass der Mensch seinen Aggressionstrieb ersatzweise befriedigen soll, wie es beim Militär oder im Kampfsport praktiziert wird (Huber,1995, S.33).

Er beschrieb weiters, dass eine Gesellschaft entsprechende Reize bieten müsse, die es dem Menschen ermöglichen, seine Aggressionen zu entladen und stellte gleichzeitig fest, dass der Mensch der Gegenwart "unter ungenügendem Abreagieren aggressiver Triebhandlungen" leide (Lorenz 1963, zit. nach Rauchfleisch 1996, S.15).