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Frustrations-Aggressions-Theorie nach Dollard et al.

Aggressionen sind immer auf eine nicht verarbeitete Einschränkung zurückzuführen, sind eine Reaktion auf die Störung einer zielgerichteten Aktivität. Frustrationen ab einer bestimmten Stärke haben demnach immer Aggression zur Folge.

In ihrer früheren Formulierung wird der Eindruck erweckt, als sei die Frustration an sich gleichsam der angeborene auslösende Reiz für aggressives Verhalten. Weiters besagt die Theorie in ihrer strengsten Form, dass das Auftreten von Aggression in jedem Fall eine vorhergegangene Frustration voraussetzt. Daher ist auch diese Hypothese keine echte Alternative gegenüber einer am Trieb oder Instinkt orientierten Forschung.

Dieses Konzept wurde allerdings weiterentwickelt, wobei auf eine ausdrückliche Unterscheidung zwischen offener Aggression und dem Anreiz zur Aggression (instigation to aggression) besonderes Augenmerk gelegt wurde. Daher heißt es hier: "Frustration schafft Anreize zu irgendeiner Form von Aggression (Schmidt-Mummendey 1972, S.23).

Es kommt nach diesem erweiterten Konzept nur dann zur Aggression, wenn der durch Frustration erlangte Reiz zur Aggression in der Hierarchie der unterschiedlichen Reize an oberster Stelle steht. Stehen andere Reize dieser Hierarchie an oberster Stelle, so wird Aggression zumindest zeitweilig verhindert und durch andere Verhaltensweisen ersetzt. Daraus geht hervor, dass je mehr nicht-aggressive Reaktionen durch lang andauernde Frustrationen gelöscht werden, es wahrscheinlicher wird, dass die Möglichkeit einer aggressiven Verhaltensweise immer stärker ist (Schmidt-Mummendey 1972, S.24).

Gegenargumente:

Frustrationserlebnisse bewirken im allgemeinen eine Verminderung des Selbstwertgefühls, die Methoden, damit umzugehen, sind verschieden.

Der Mensch reagiert auf Frustration nicht immer mit Aggression, sondern zeigt vielfältige andere Reaktionsmuster:

  • andere Lösungswege suchen
  • Ersatzhandlungen
  • Phantasievorstellung
  • Wiederholung einer Handlung bis Ziel erreicht ist
  • mit Alkohol oder Drogen betäuben
  • über sich selbst lachen
  • Ziel aufgeben
  • Situation neu überdenken,
  • evt. anderes Ziel suchen,....