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Konzept der menschlichen Destruktivität nach Erich Fromm

Fromm unterscheidet zwischen gutartiger Aggression, die der Verteidigung vitaler Interessen und damit dem Leben dient, sowie bösartiger Aggression, die schädlich und sozial zerstörerisch wirkt.

Jeder Mensch braucht einen Bezugsrahmen und Idealentwürfe (Fromm bezeichnet dies als Orientierung und Devotion), das Gefühl von Geborgenheit (Verwurzelung), Einheit, das Bestreben, etwas zu bewirken, sowie Erregung und Stimulation. Diese eigenen existenziellen Bedürfnisse müssen erfüllt sein, um ein seelisches Gleichgewicht zu erlangen. Der Charakter eines Menschen entscheidet darüber, in welcher Weise jedes einzelne Bedürfnis befriedigt werden kann.

Destruktive und sadistische Verhaltensweisen sind durch einen entsprechenden Trieb der individuellen Charakterstruktur zu begründen. Zu einer Charakterbildung, die ein großes Ausmaß an Destruktivität aufweist, kommt es durch das Zusammenwirken verschiedener Faktoren, die individuell und gesellschaftlich bedingt sind.

Alle Bedingungen, die dem Kind das Gefühl von Ohnmacht und Leere vermitteln, Freudlosigkeit und emotionale "Kälte" schaffen, fördern die Entwicklung von Aggression. Sie sind auf eine Sozietät zurückzuführen, die auf ausbeuterischer Herrschaft beruht und die Unabhängigkeit, Integrität, das kritische Denken und die Produktivität ihrer Mitglieder hemmt (vgl. Rauchfleisch 1996, S.28/29).

Fromm kritisiert Konrad Lorenz Theorie von angeborener Aggressivität, da sie beiträgt, Ängste zu beschwichtigen und Gefühle der Machtlosigkeit auch wissenschaftlich zu rationalisieren. Nach Fromm stellt die menschliche Aggression und Destruktivität kein biologisch erklärbares Naturgesetz dar, sie ist vielmehr Ausdruck eines individuellen Charakterdefizites, das man vor dem Hintergrund gesellschaftlich-kultureller Rahmenbedingungen sehen müsse (vgl. Huber 1995, S.75).