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Lerntheorie

Die meisten Lernpsychologen vertreten die Auffassung, dass aggressive Verhaltensweisen im Laufe der Entwicklung gelernt werden. Aggressives Verhalten beruht auf Lernvorgängen.

Als prominenter Vertreter dieser Richtung gilt Albert Bandura. Gemäß dieser Theorie werden Aggressionen durch Nachahmung bestimmter Modelle gelernt (Lernen am Modell, Lernen am Erfolg). Dafür können dieselben Lernprinzipien herangezogen werden, die auch für das Erlernen sozialer Verhaltensweisen gelten (Selg 1974, S.30).

Die lerntheoretische Betrachtung ermöglicht allerdings auch die optimistische Auffassung, dass eine Verhaltensweise, die ursprünglich erlernt wurde, prinzipiell veränderbar ist. Dies ist vor allem durch die Veränderung all jener Bedingungen möglich, die Aggression entstehen lassen und aufrechterhalten (vgl. Petermann u. Petermann 1984, S.4/5).

Eine Gesellschaft, die aggressive Modelle liefert, sei es in Erziehungspraktiken (Schläge, Mißhandlungen, Härte, psychischer Druck usw.), oder durch die Verherrlichung von Vorbildern, Idolen (z.B. Filmhelden, die aggressive Verhalten vermitteln), wird auch aggressive Kinder hervorbringen.

Die Lerntheorie behauptet nicht, dass der Mensch aggressionslos auf die Welt kommt. Sie weist darauf hin, dass verschiedene Verhaltensweisen durch Lernprozesse vermindert oder verstärkt werden können.

 

Für das Erlernen von Aggressionen sind einerseits Verstärker, andererseits verschiedene Lernkonzepte von Bedeutung.

 

Nach Ross (1982, zit. nach Petermann/ Petermann 1984, S.5) kann man für das Erlernen von Aggression 3 Verstärkungsprinzipien anführen:

 

a) Positive Verstärkung

Das aggressive Verhalten wird dadurch verstärkt, dass ein Ziel erreicht werden konnte.

  • aufgrund seiner Aggressionsäußerung erhält das Kind einen bestimmten gewünschten Gegenstand
  • ein Kind erhält  durch aggressives Verhalten besondere Anerkennung durch  die Gruppe
  • der aggressive Angriff eines verärgerten Kindes wird durch Schmerz- und Leidensäußerung des "Opfers" verstärkt

 

b) Negative Verstärkung

  • Ein bedrohliches  Ereignis oder ein unangenehmer Zustand wird durch aggressives Verhalten erfolgreich verringert oder verhindert.
  • das Kind fühlt sich durch den  tätlichen Angriff eines anderen Kindes bedroht und schlägt zurück
  • Der unangenehme Spannungszustand der Angst wird durch Aggression abgebaut, was das negative Verhalten verstärkt.

 

c) Stillschweigende Zustimmung = Selbstverstärkung

  • Für Kinder wirkt es verstärkend, wenn aggressives Verhalten von anderen geduldet wird. Duldung äußert sich beispielsweise darin, dass Eltern dem aggressiven Verhalten tatenlos zuschauen oder sich eventuell sogar verdeckt darüber freuen.
  • Hier ist der Unterschied zur Nichtbeachtung der Aggression hervorzuheben, die als eine Methode zur Verringerung von auffälligem Verhalten anzusehen ist (vgl. Petermann u. Petermann 1984, S.5).

 

Lernkonzepte

 

  • Klassische Konditionierung
  • Instrumentelle und Operante Konditionierung
  • Lernen durch Verstärkung
  • Lernen am Modell

Die Erklärung dieser Konzepte lässt sich sowohl auf das Erlernen erwünschter, als auch unerwünschter Verhaltensweisen übertragen und erfordert das Aufzeigen von Transfermöglichkeiten für die pädagogische Praxis.