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Zusammenhang zwischen Aggression und Medien

Von jeher beschäftigt sich die Aggressionsforschung mit der Frage, wir groß der Einfluss der Medien auf das Aggressionsverhalten sei. Hier steht vor allem der Fernseh- und Videokonsum im Vordergrund. Zu den Medien zählen allerdings ebenfalls Computerspiele, sowie die Darstellung von Gewalt in den Printmedien - denken wir hier beispielsweise an Berichte über Mord und Totschlag oder die Bilder von den Kriegsschauplätzen.

Verschiedene Studien versuchten in den letzten Jahren zu belegen, dass der junge Mensch bis zum Erwachsenenalter durchschnittlich 14 000 - 19 000  Todesszenen im Film oder Fernsehen beobachtet. In der Literatur finden sich teilweise noch horrendere Zahlenangaben.

In der Aggressionsforschung kann man im wesentlichen mit 4 verschiedenen Ansätzen untersuchen, ob und wie die Medien auf die Psyche und Persönlichkeit der jungen Gewaltkonsumenten wirken (Huber 1995, S 42):

Inhibition: Die Vertreter dieser Verhinderungsthese sind der Meinung, wer Gewalt beobachte, identifiziere sich instinktiv mit dem Opfer - die Folge seien Hemmungen, selbst gewalttätig zu werden.

Katharsis: Die Anhänger dieses Läuterungsansatzes gehen davon aus, dass das Betrachten von Gewalt reinigenden Charakter habe.

Habitualisierung: Die These der Gewöhnung. Wer ständig beobachte, dass Gewalt ein vermeintlich angemessenes Mittel zur Konfliktlösung sei, übernehme diese Sichtweise irgendwann auch für sein eigenes Leben.

Imitation und Stimulation: Für die Vertreter der Vorbild- und Modellthese steht es außer Frage, dass die häufige Beobachtung medialer Gewalt zum Nachahmen reizt und enthemmend wirkt.

Die Wirksamkeit der beiden letzten Konzepte kommt vorwiegend dann zum Tragen, wenn andere aggressionsfördernde Faktoren hinzukommen. Medien verstärken demnach dort, wo aggressive Tendenzen bereits vorhanden sind, z.B. im familiären Milieu. Auch hier ist die wechselseitige Beziehung hervorzuheben: der unbegrenzt hohe

Gewaltkonsum durch das Fernsehen lässt Rückschlüsse auf soziale Strukturen zu, wodurch sich die realistische Annahme ergibt, dass Menschen mit aggressiven Neigungen eher eine Vorliebe für Gewaltdarstellungen entwickeln.

Jugendliche, die bei der Identitätsbildung alleingelassen werden, Kinder, die in ihrer sozialen und familiären Umwelt zu wenig Zuwendung erfahren, suchen und finden ihre Verhaltensmodelle oft in fiktiven Darstellungen. Die Sozialisationserfahrung ist ausschlaggebend, wie das Kind  mediale Gewaltszenen wahrnimmt.

Es ist sicher unumstritten, dass unkontrollierter Fernsehkonsum vielschichtige negative Auswirkungen auf das Verhalten des Kindes hat, wobei ich hier anmerken möchte, dass insgesamt dabei nicht von Bedeutung ist, welche Inhalte betrachtet werden. Der Medienkonsum wirkt sich auf weite Bereiche des menschlichen Zusammenlebens aus.

All das, was uns im Film, aber auch in der Werbung suggeriert wird, führt teilweise auch zu einer Scheinwelt. Unzufriedenheit und Frustrationen entstehen aufgrund des Auseinanderklaffens zwischen Realität und Schein. Hinzu kommt, dass das Medium Fernsehen die Kommunikation ersetzt und gleichzeitig die Macht besitzt, uns Meinungen und Einstellungen aufzuzwingen.

Ich stimme deshalb mit der Auffassung überein, "dass sich die Wahrnehmung verändert, wenn der Kontakt zur Umwelt ausschließlich über die Mattscheibe erfolgt, die Welt wird anders erfahren" (Zeltner1993, S.118).

Beim Kind führt das künstliche Unterbinden des natürlichen Bewegungsdranges mitunter ebenfalls zu einem Ansteigen von aggressivem Verhalten.

 

Weitere Faktoren, die aggressionsfördernd wirken können:

Wir nehmen unsere Umwelt bewusst und unbewusst durch unsere Sinne wahr. Alle Eindrücke sind subjektiv geprägt, wodurch der Schluß nahe liegt, dass äußere Einflüsse

Aggression bedingen können. So reagiert das Kind unter Umständen auf Geräusche und Lautstärke, empfundene Enge, Hitze oder allgemeine Reizüberflutung mit aggressivem Verhalten. Ausgeglichenheit und Wohlbefinden können oft durch einfache Veränderungen des direkten Umfeldes herbeigeführt werden.