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Lösungsansätze im Bereich der Familie

Veränderungen innerhalb der Gesellschaft haben in den letzten Jahrzehnten dazu geführt, dass die Ansprüche, die an die Urzelle dieses Systems gestellt werden, ungleich hoch gewachsen sind.

Die Entwicklungen zeigen auf, dass es zunehmend schwieriger wird, diesen Normvorgaben zu entsprechen. Scheidungsraten und Berichte über Gewalthandlungen dokumentieren dies in eindringlicher Weise. Das wahrgenommene egozentrische Weltbild führt dazu, Konflikten auszuweichen und stets danach zu streben, persönliche Bedürfnisse in den Vordergrund zu stellen.

Familienfeindliche Strukturen tragen ihres dazu bei, dass der Alltag zur Belastung wird und Überforderung auftritt. Probleme werden aufgeschoben und erst dann thematisiert, wenn die Situation bereits eskaliert. Fehlende Kommunikationsvoraussetzungen führen in weiterer Folge zu aggressiven Verhaltensweisen, die eine  konstruktive Problemlösung nicht mehr ermöglichen. Individuelle soziale und emotionale Erfahrungen, die in das Familienleben einfließen, sind ausschlaggebend dafür, wie sich das Miteinander gestaltet und welche Möglichkeiten entwickelt werden, allen Anforderungen zu entsprechen. All diese Voraussetzungen ergänzen einander und stehen miteinander in Wechselwirkung, denn erst die Interaktionsebene entscheidet darüber, welche Verhaltensweisen zum Tragen kommen. Die Auffassung der Wissenschaft geht nicht mehr davon aus, dass jemand, der in der Kindheit Gewalterfahrungen machte, diese unausweichlich weitergeben wird.

"Heute schätzt man, dass zwei Drittel der Opfer von Gewalt diese Erfahrung nicht weitergeben, gleichzeitig wurde festgestellt, dass die überwiegende Zahl der Fälle von Gewalt gegen Kinder von Eltern ausgehe, die dieses Trauma nie selbst erfahren haben."

Diese Aussage eines Berichtes (P.M. Feb.2000, S.86) bestätigt, dass eine  Vielzahl anderer Faktoren in die Struktur der Familie einfließen und individuelle Anlagen und Fähigkeiten in Bezug auf Stress- und Problembewältigung den Ausschlag für gelebtes Verhalten geben.

Zusammenleben bedingt immer auch Situationen, die einer Klärung bedürfen, deshalb gehe ich in diesem Kapitel auf einen Teilbereich der Konfliktbehandlung ein.

Regeln für erfolgreiches Streiten:

  • Problem sofort ansprechen
  • in der Ich-Form sprechen
  • einander aussprechen lassen
  • den Partner direkt ansprechen und dabei  anschauen
  • eine gemeinsame Problemsicht findenbeim Thema bleiben
  • Beschuldigungen und Verletzungen vermeiden

Die Konfliktlösungsstrategien der Eltern bieten nicht nur Modell für das Kind, sie sollen in gleicher Weise auf die erzieherischen Handlungsweisen übertragen werden. Der Kreis des systemischen Ansatzes schließt sich auch hier deutlich, wenn wir davon ausgehen,  dass die individuelle Familie hier Normen entwickelt, die in andere Systeme einfließen werden.

Weitere Ansatzpunkte  im Bereich der Familie  sehe ich in familien- und sozialpolitischen Überlegungen. Ich werde hier bewusst nicht auf bereits erfolgte Veränderungen eingehen, die ich als kontraproduktiv erachte, sondern gezielt jene Zukunftsvisionen ansprechen, die mir besonders wichtig erscheinen.