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Vorbereitung auf Elternrolle - Hilfen zur Bewältigung der Erziehungsaufgaben

Hier wird der systemische Zusammenhang zur Schule sichtbar, da immer mehr bewusst wird, dass das Bildungssystem noch nicht ausreichend in der Lage ist, Menschen auch in ihrer sozialen und emotionalen Entwicklung zu unterstützen.

An dieser Stelle geht es mir vor allem darum, aufzuzeigen, dass die präventive Vorbereitung auf die Elternrolle zunehmend ins Blickfeld rückt. Dies beinhaltet einerseits die Vermittlung entwicklungspsychologischer und pädagogischer Inhalte, sowie  die Schaffung konkreter sozialer Übungsfelder bereits im Grundschulbereich.

Andererseits kommt dem Ausbau  der Erwachsenenbildung im Sinne einer Elternschule besondere Bedeutung zu. Mir ist bewusst, dass der Versuch bereits gemacht wird, dies in Ansätzen zu verwirklichen, ich denke jedoch auch, dass noch ein grosses Handlungspotenzial vorhanden ist.

Die Verknüpfung einzelner Anlaufstellen muss verbessert und erweitert werden. Konkret geht es dabei um Kompetenzen und Handlungsspielräume im Bereich der Geburtsvorbereitung (Ärzte, Hebammen, Spitäler,...), Kinderkrankenpflege, Kinderärzte, sowie  der Mutterberatungsstellen.

Einfühlungsvermögen, ausreichende Zeit für Gespräche und gute Beobachtungsgabe  in Bezug auf Eltern-Kind-Verhalten könnten hier aggressionsvermindernd wirken.

Verstärkte Öffentlichkeitsarbeit ermöglicht, dass Beratungsangebote vermehrt angenommen werden.  Die Bewältigung von Konfliktsitutationen erfordert häufig unterstützende Hilfsangebote, auf die allerdings noch zu wenig zurückgegriffen wird.

Mediation, Ehe- und Erziehungsberatung sollten durch das Transparentmachen von Aufgaben und Methoden, als selbstverständliche Möglichkeit der Problembewältigung betrachtet werden, was nur dann erreicht werden kann, wenn der Abbau negativer Assoziationen erfolgt. Hier fällt auf, dass die Einstellung zu diesen Angeboten schichtspezifische Unterschiede aufweist. Am seltensten nehmen jene Unterstützung an, für die es am notwendigsten erscheint. Eine zusätzliche Begründung ist in den finanziellen Voraussetzungen dieser potenziellen KlientInnen zu finden, woraus sich weitere Überlegungen ergeben, die eine realistische Zugängigkeit betreffen.

Es ist demnach eine Tatsache, dass besser situierten Bevölkerungsgruppen praktische Unterstützung rascher zuteil wird.

Ein weiterer gesellschaftlicher Lösungsansatz im Bereich der Familie muss auch sein, ihren Stellenwert immer wieder hervorzuheben und sie weitestgehend zu fördern. So soll ermöglicht werden, dass die Entscheidung, in welcher Form sie ihre Erziehungsaufgaben bewältigt, nicht aufgrund wirtschaftlicher Faktoren getroffen werden muss.

Gesellschaftliche Rahmenbedingungen, die diese Freiheit nicht offen lassen, sind ernsthaft zu überdenken, da staatliche Einsparungsmaßnahmen hier  kurzfristig Wirkung zeigen, jedoch letztendlich neue Probleme schafft, die zu einem späteren Zeitpunkt ebenfalls nur durch einen finanziellen Aufwand behoben oder verringert werden können. Die Betreuung der eigenen Kinder  bis zu einem bestimmten Alter muss als wertvoller Beitrag für die Zukunft einer Gesellschaft Anerkennung finden. Die Bereitschaft dazu sinkt, wenn diese Aufgabe abgewertet wird und alle Rahmenbedingungen dies nicht zulassen. Ein System, das auf Leistung und materiellen Wohlstand aufgebaut ist, verliert unweigerlich den Blick für das Wesentliche. Gezielte Elternarbeit trägt dazu bei, eine neue Einstellung zu Familie und Kind zu schaffen.