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Siehe auch:
Planung einer Spielgruppe 

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Eltern-Kind-Spielgruppen

Begriffsklärung

Es gibt sehr viele unterschiedliche Betreuungsformen (integrative Gruppen, zum Erlernen einer Fremdsprache,....), die unter diesem Namen geführt werden. In meinen Ausführungen bezeichne ich damit ein Treffen von Müttern und eher selten Vätern mit ihren Kindern (von 1,5 bis 3 Jahren), die sich einmal wöchentlich treffen. Eine ausgebildete Pädagogin (z.B. Kindergarten- oder Sozialpädagogin) leitet die Gruppe.

Ziele

Die Spielgruppe ermöglicht es den Eltern und Kindern, soziale Kontakte zu knüpfen (mit Menschen in ähnlichen Lebenssituationen) und Gemeinschaft zu erleben. Kenntnisse von traditionellen und neuen Spielen, Liedern, Fingerspielen auffrischen oder erwerben. Wichtige Erfahrungen sammeln beim Miteinander tätig sein. Die Feinziele ergeben sich aus dem Angebot.

Was gilt es bei der Gründung zu berücksichtigen?

  • Welchem Träger untersteht sie? (Gemeinde, Verein, Pfarre,...)
  • Woher bekomme ich die nötigen finanziellen Mittel?
    Ankauf einer Grundausstattung (Papier, Scheren, Unterlagen, Klebstoff, Fingerfarben, dicke Bunt- und Filzstifte,...)
  • Bekommt die Leiterin ein Gehalt?
  • Wo wird die Spielgruppe stattfinden?
    Es erweist sich oft als schwierig geeignete Räumlichkeiten zu finden. Der Raum soll groß (ev. mehrere nebeneinander liegende Räume), heizbar, mit Tischen und Sessel und ausreichend Platz für Bewegung haben. Küchen- und Waschbereich, sowie eine Toilette sollen verfügbar sein.
  • Wer ist für die Reinigung zuständig?

Wenn diese Fragen geklärt sind, gilt es zu überlegen, wie man die Zielgruppe erreicht:

  • Namen und Logo der Spielgruppe festlegen
  • Eltern anschreiben (Geburtenliste von der Gemeinde, Taufliste von der Pfarre)
  • Plakat aufhängen (Banken, Arztpraxen, Geschäften, Gemeinde, Mutter-Kind- Beratung,...)
  • Auslage oder Schaukasten gestalten
  • Zeitungsartikel (Pfarrblatt, lokale Zeitung, Gemeindeinformation,...)

Organisation und Ablauf

Regelmäßiges Treffen von 2 Stunden am Vormittag oder Nachmittag Ein wiederkehrender Ablauf hat sich sehr bewährt. Beim Eintreffen der Eltern mit dem Kind findet eine kurze Begrüßung statt. Die Kinder sollen Möglichkeit haben, den Raum zu erkunden und Kontakte zu knüpfen. Hierzu eignet sich eine Spielecke mit (gespendeten) Spielmaterial. Auch die Mütter haben Zeit sich auszutauschen.

Im Anschluss findet eine Begrüßung der gesamten Gruppe statt, zu der sich alle im Kreis zusammenfinden. Der Beginn sollte immer gleich gestaltet werden, die Wiederholung bietet Sicherheit, lässt die Kinder schneller umstellen vom Freispiel zu gelenkten Angeboten und schafft Vertrautheit. Die Form der Zusammenkunft wird weiters zum Angebot von Liedern, Fingerspielen, Kreisspielen genützt.

Je nach Aufmerksamkeit und Interesse der Kinder wird der Kreis dann aufgelöst. Es folgen Angebote bei Tisch (Knetmasse, Perlen fädeln, malen, Papierarbeiten,...) oder Bewegungsangebote (Bewegungsspiele, Körperübungen, Bewegungslandschaften, einfache Turneinheiten, Bewegen zur Musik,....)

Anschließend werden die Tische zu einer Tafel gestellt und die gemeinsame Jause vorbereitet. Jede Woche bringt jemand anderer Butterbrote mit Obst nach Saison mit (es empfiehlt sich, eine Jausenliste aufzuhängen).

Während der Jause finden auch die Mütter Gelegenheit sich auszutauschen. Die Kinder entfernen sich nach dem Essen meistens vom Tisch und spielen dann wieder frei. Mit den Müttern wird der Jausentisch wieder abgeräumt.

Bevor die Teilnehmer nach Hause gehen, kann noch eine Wiederholung von beliebten und neuen Spielen, Liedern, Fingerspielen angeboten werden. Ein gemeinsamer Abschluss (Lied, Spruch,...), der wieder im Kreis stattfindet beschließt die Einheit.

Es können auch Angebote, wie Bastelabende, Ausflüge, Feste, gemeinsame Unternehmungen (Essen gehen, Kinoabend) angeboten werden.

Günstig ist es, wenn die Gruppe von 2 Personen geleitet wird (Arbeitsaufteilung, Gruppe findet auch statt, wenn eine Leiterin krank ist). Dazu sind genaue Absprachen erforderlich.