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Ferienaufenthalte mit der Wiener Jugenderholung

Der Verein Wiener Jugenderholung (WiJug) organisiert jährlich für ca. 4.500 Kinder und Familienangehörige Ferienaufenthalte in 30 österreichischen Urlaubsquartieren. In zwei- bis dreiwöchigen Ferienturnussen werden betreute Kinderurlaube für ca. 2.800 Kinder, betreute Familienurlaube für knapp 1.500 Personen (500 Familien) und Pflegefamilienurlaube für über 200 Personen (50 Familien) angeboten. Neben dem "vereinseigenen" Jugendferienhaus Lehenhof bei Scheibbs (welches auch für Schulprojektwochen vermietet wird) werden dafür entsprechende Ferienquartiere in NÖ, OÖ, Salzburg und in der Steiermark angemietet (Jugendgästehäuser, Bundesschullandheime, Urlaubsbauernhöfe und Privatpensionen). Den Transfer zu und von den Quartieren organisieren wir mit von uns angemieteten Bussen.

Für diese jährlich fast 100 Ferienturnusse benötigen wir vor allem entsprechendes Betreuungspersonal. Ca. 500 BetreuerInnen werden pro Jahr bei der WiJug dafür angestellt, knapp 450 für die Kinderturnusse und über 50 für unsere Familienurlaube. Dieser große Bedarf an BetreuerInnen stellt uns jedes Jahr vor ein umfassendes Aufgabengebiet, müssen doch diese BetreuerInnen vorerst einmal gesucht, ausgewählt und auf Teams aufgeteilt werden, dann vorbereitet sowie eingeschult werden. Schließlich müssen wir natürlich auch während der Ferienturnusse teilweise intensiven Kontakt mit ihnen halten.

Grundsätzliche Kriterien für WiJug-BetreuerInnen sind das Mindestalter von 18 Jahren und eine soziale/pädagogische Ausbildung bzw. ein Studium an diesen Ausbildungsstätten (FHs für Sozialarbeit, Institute für Sozialpädagogik, Päd. Akademien, Uni für Sonder- und Heilpädagogik etc.). An vielen dieser Ausbildungseinrichtungen ist die WiJug schon sehr bekannt. StudentInnen müssen schließlich einschlägige Praktika absolvieren. Außerdem ist der Praktikumsjob bei uns nicht gerade der Schlechtbezahlteste. Für eine dreiwöchige BetreuerInnentätigkeit gibt’s immerhin ca. EUR 900.- netto. Allerdings brauchen die von uns zu betreuenden Kinder (und Familien) einen wesentlich intensiveren Arbeitseinsatz der BetreuerInnen als ähnliche Ferienanbieter, wie z.B. die „Kinderfreunde“ oder „Pfadfinder“. Und gerade das muss an diesen Schulen vermittelt werden: der WiJug-Job ist zwar besser dotiert, erfordert aber dafür ein entsprechendes Mehr an Vorbereitung, Leistungsbereitschaft und persönlichen Arbeitseinsatz. Viele unserer Kinder haben eine nicht gerade positive Sozialisation hinter sich. Neben viel Kreativität in der Freizeitpädagogik sind gleichzeitig Geduld, hohe Einsatzbereitschaft und Verständnis auch gegenüber sogenannten verhaltensauffälligen Kindern nötig. Insbesondere öffnet sich für unsere BetreuerInnen ein breites „Feld“ an sozialen, pädagogischen und vor allem persönlichen Erfahrungen, die manchmal an die eigenen Grenzen heran führen. (Zahlreiche MAG ELF-KollegInnen können dies als ehemalige WiJug-BetreuerInnen wohl bestätigen). Doch trotz der hohen Arbeitsbelastung und des intensiven Zeiteinsatzes – der immer über eine 45 Stunden-Wochenarbeitszeit hinaus geht – arbeiten ca. 2/3 aller BetreuerInnen gerne für mehrere Jahre bei uns.

Seit einigen Jahren gibt es von der WiJug regelmäßige Informationen an den fachspezifischen, Österreichweiten Ausbildungseinrichtungen. In den Wiener und Niederösterreichischen Fachhochschulen, Bildungsanstalten, Instituten und Kollegs halte ich regelmäßige Praxisseminare über die WiJug und unsere konkreten Arbeitsaufgaben. Bereits in diesem Schul-Vorfeld gilt es, möglichst umfassend auch auf die Problematiken unserer KundInnen bzw. Kinder einzugehen, um damit zumindest eine realitätsnahe Vorstellung und Auseinandersetzung über unsere Ferienturnusse zu erreichen. Gleichzeitig ergibt sich dadurch auch ein konstruktiver Erfahrungs- und Fachaustausch mit dem jeweiligen Lehrpersonal, der für die weitere Vorbereitung der StudentInnen sehr förderlich ist. Als nächstes werden dann BewerberInnen zu einem ausführlichen Vorstellungsgespräch eingeladen, wo weitere Informationen ausgetauscht werden. Frau SP Hummel für den Kinderurlaub und Frau DSA Steiner für den Familienurlaub entscheiden danach über eine Einstellung und nehmen die weiteren Einteilungen vor.

Alle „Neulinge“, also StudentInnen die erstmals bei uns als BetreuerInnen zu arbeiten beginnen, werden dann zu einem Einschulungstag eingeladen. Gemeinsam mit vier Vortragenden versuchen wir dort, unseren neuen BetreuerInnen einen umfassenden Überblick über ihr kommendes Arbeitsgebiet zu vermitteln. In Form von Arbeitsgruppen werden Themen wie Organisation und Abläufe bei der Betreuung von Kindergruppen, sozialpädagogische Problemstellungen auf Ferienturnussen, Beachtung von bestimmten Auffälligkeiten bei Kindern, rechtliche Grundlagen wie Aufsichtspflicht sowie der Bereich kindgerechte indoor/outdoor-Spiele/Animation behandelt.

Jeder WiJug-Turnus wird von einem/r Pädagogischen LeiterIn begleitet. Diese schon erfahrenen MitarbeiterInnen haben zumeist schon eine abgeschlossene Ausbildung in einem sozialen Bereich (Lehrer, SozPäd. o.ä.) und sind für die organisatorischen und inhaltlichen Abläufe der jeweiligen Turnusse verantwortlich. Sie sind auch unsere „Vertrauenspersonen“, die neben der Turnusorganisation unsere inhaltlichen pädagogischen Richtlinien bei den jeweiligen Turnussen vorgeben, das BetreuerInnenteam begleiten, unterstützen und bei Problemstellungen beraten. Für sie organisieren wir regelmäßige Fortbildungen, zu denen wir häufig Fachleute aus der MAG ELF einladen.

Einige Wochen vor Beginn jedes Turnus laden die Pädagogischen LeiterInnen ihr jeweiliges Team zu einer gemeinsamen Vorbesprechung zu uns in die WiJug ein. Dabei geht es neben dem persönlichen Kennen lernen des Teams insbesondere um organisatorische Abklärungen (Gruppeneinteilung, Spiele/Materialen und Gegebenheiten Vorort etc.) sowie um den Ablauf bei der Abreise und nach der Ankunft am Ferienort. Eine Vorbereitung für die Gruppenaktivitäten – zumindest für die ersten Tage - muss von allen BetreuerInnen vorgelegt und letzte Fragestellungen müssen abgeklärt werden.

Vollgepackt mit allen diesen Informationen (und dem eigenen Gepäck) beginnt schließlich der Dienstantritt, bei dem dann unsere BetreuerInnen eine Ihnen bislang vollkommen unbekannte Kindergruppe für einen zwei- bis dreiwöchigen Ferienturnus übernehmen. Für unsere neuen BetreuerInnen zumeist eine Situation, in der sie erstmalig alleine und selbständig für eine Gruppe von bis zu zwölf Kindern verantwortlich sind. Ein interessantes, herausforderndes und jedenfalls sehr lehrreiches Betätigungsfeld, welches beim überwiegenden Teil unserer BetreuerInnen mit Spaß und Freude erlebt wird.

Ich wünsche „unseren“ Kindern und der WiJug, dass das hohe Engagement unserer BetreuerInnen, trotz ihrer großen persönlichen Belastungen, weiterhin mit dem bislang gezeigten Lächeln begleitet wird und so auch in Zukunft zum Wohl der teilnehmenden Kinder beiträgt.

Alfred Zinner (Geschäftsführer der WiJug)

PS: Sollten Sie neugierig geworden sein und Interesse an einem Ferienjob bei der WiJug haben, erfahren Sie konkreteres auf unserer Homepage www.wijug.at unter: Praxis / Jobs